Österreich

Filmfestivals in Österreich: Viennale, Diagonale und Co.

Von der Viennale in Wien bis zur Diagonale in Graz: ein Überblick über die wichtigsten Filmfestivals in Österreich und Tipps für den ersten Besuch.

Bunte Schüsseln mit Popcorn und eine Kinokarte

Ein Filmfestival ist mehr als ein Kinobesuch. Man sieht Filme, die oft nie regulär ins Kino kommen, trifft Regisseurinnen und Schauspieler bei Publikumsgesprächen und diskutiert danach im Foyer weiter. Österreich hat eine lebendige Festivallandschaft. Hier sind die wichtigsten Festivals im Überblick.

Viennale: das internationale Filmfestival in Wien

Die Viennale ist das größte Filmfestival Österreichs und findet jedes Jahr im Herbst statt, traditionell rund um Ende Oktober. Gespielt wird in mehreren Wiener Kinos, darunter traditionsreiche Säle in der Innenstadt. Das Programm umfasst Spielfilme, Dokumentarfilme und Kurzfilme aus aller Welt, dazu Retrospektiven, die einem Regisseur, einem Land oder einer Epoche gewidmet sind. Die Viennale ist ein Publikumsfestival: Es gibt keinen großen Wettbewerb mit rotem Teppich, im Mittelpunkt stehen die Filme.

Diagonale: das Festival des österreichischen Films

Die Diagonale in Graz ist das Schaufenster des heimischen Filmschaffens. Jedes Frühjahr zeigt sie aktuelle österreichische Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme, dazu experimentelle Arbeiten und historische Programme. Wer wissen will, was sich im österreichischen Kino gerade tut, ist hier richtig. Viele Filme feiern in Graz ihre Österreich-Premiere, bevor sie regulär ins Kino kommen. Einen Eindruck davon, warum Österreich als Drehort immer wichtiger wird, gibt unser Beitrag zum Filmstandort Österreich.

Crossing Europe in Linz

Crossing Europe hat sich auf europäisches Autorenkino spezialisiert und findet im Frühjahr in Linz statt. Das Festival zeigt junge, oft politische Filme aus ganz Europa und legt einen Schwerpunkt auf regionales Filmschaffen aus Oberösterreich.

/slash Filmfestival für Fans des Fantastischen

Wer Horror, Science-Fiction und schräges Genrekino mag, sollte sich das /slash Filmfestival in Wien merken. Es findet im Spätsommer oder Herbst statt und hat sich über die Jahre eine treue Fangemeinde aufgebaut. Hier laufen Filme, die anderswo kaum gezeigt werden, und die Stimmung im Saal ist oft so gut wie bei einem Konzert.

Sommerkino unter freiem Himmel

Neben den klassischen Festivals gibt es im Sommer in vielen Städten Open-Air-Kinos, etwa in Innenhöfen, Parks oder auf Plätzen. Das Programm mischt meist Klassiker und aktuelle Filme. Ein Klappsessel, eine Decke für später am Abend und ein Plan B für Regen gehören dazu.

Tipps für den ersten Festivalbesuch

  • Früh ins Programm schauen: Sobald das Programm veröffentlicht ist, lohnt sich ein Blick. Beliebte Vorstellungen sind schnell ausverkauft.
  • Nicht nur nach bekannten Namen gehen: Die schönsten Entdeckungen sind oft Filme, von denen man vorher noch nie gehört hat.
  • Publikumsgespräche mitnehmen: Nach vielen Vorstellungen beantworten Regisseurinnen oder Darsteller Fragen aus dem Publikum.
  • Pausen einplanen: Drei Filme an einem Tag sind möglich, aber anstrengend. Zeit für einen Kaffee und für Gespräche gehört dazu.
  • Aktuelle Infos prüfen: Termine, Spielstätten und Ticketpreise ändern sich von Jahr zu Jahr. Maßgeblich sind immer die offiziellen Websites der Festivals.

Festivalfilme zu Hause

Viele Festivalfilme sind später auch im Programmkino, bei Streamingdiensten oder im ORF zu sehen. Wer schon einmal einen Eindruck gewinnen möchte, findet in unserem Beitrag über österreichische Filme, die man kennen sollte einige Festivalerfolge der vergangenen Jahrzehnte.