Unterschätzte Animationsfilme der 80er-Jahre
Nicht nur Disney-Klassiker: sieben Zeichentrickfilme aus den 1980er-Jahren, die düsterer, mutiger und oft schöner sind, als ihr Ruf vermuten lässt.

Die 1980er-Jahre gelten nicht gerade als goldenes Zeitalter des Zeichentrickfilms. Disney steckte in einer Krise, die großen Erfolge wie „Arielle, die Meerjungfrau“ kamen erst ab 1989. Gerade deshalb entstanden in dieser Zeit Filme, die mehr wagten: düsterer, ernster und manchmal ziemlich eigenwillig. Hier sind sieben, die einen zweiten Blick verdienen.
Taran und der Zauberkessel (1985)
Disneys Ausflug in die düstere Fantasy war an der Kinokasse ein Misserfolg und lange fast vergessen. Heute hat der Film eine treue Fangemeinde, nicht zuletzt wegen seines furchteinflößenden Bösewichts, des Gehörnten Königs. Mehr dazu in unserer ausführlichen Besprechung von Taran und der Zauberkessel.
Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH (1982)
Don Bluth, der Disney Ende der 1970er-Jahre verlassen hatte, legte mit diesem Film sein Debüt als eigenständiger Regisseur vor. Eine verwitwete Feldmaus braucht Hilfe, um ihr krankes Kind und ihr Zuhause zu retten, und stößt dabei auf eine Kolonie hochintelligenter Ratten. Die Animation ist detailreich, die Stimmung oft unheimlich. Für sehr kleine Kinder ist der Film nichts, für ältere umso mehr.
Das letzte Einhorn (1982)
Nach dem Roman von Peter S. Beagle erzählt der Film von einem Einhorn, das sich auf die Suche nach seinen verschwundenen Artgenossen macht. Der melancholische Ton, die ungewöhnliche Optik und die Songs der Band America machten ihn besonders im deutschsprachigen Raum zu einem Kultfilm, den viele aus dem Fernsehen ihrer Kindheit kennen.
Basil, der große Mäusedetektiv (1986)
Ein Sherlock Holmes in Mäusegestalt jagt im viktorianischen London seinen Erzfeind Rattenzahn. Der Film ist kürzer und leichter als viele andere auf dieser Liste und macht einfach Spaß. Die Szene im Uhrwerk von Big Ben gehört zu den bekanntesten des Films und zeigt, wie Disney damals mit Computertechnik experimentierte.
Feivel, der Mauswanderer (1986)
Wieder Don Bluth, diesmal mit Steven Spielberg als Produzent: Eine junge Maus aus Russland wird auf der Überfahrt nach Amerika von ihrer Familie getrennt und muss sich allein in New York durchschlagen. Der Film erzählt, verpackt in ein Abenteuer, von Auswanderung, Heimweh und Zusammenhalt.
In einem Land vor unserer Zeit (1988)
Ein kleiner Dinosaurier verliert seine Mutter und macht sich mit anderen Dinosaurierkindern auf den Weg in ein sagenhaftes grünes Tal. Wer den Film als Kind gesehen hat, erinnert sich meist an eine Szene, bei der Taschentücher nötig waren. Der Film zog eine lange Reihe von Fortsetzungen nach sich, das Original bleibt aber das stärkste.
Mein Nachbar Totoro (1988)
Zum Schluss ein Blick nach Japan. Hayao Miyazakis Film über zwei Schwestern, die mit ihrem Vater aufs Land ziehen und dort einem großen, flauschigen Waldgeist begegnen, kommt fast ohne Bösewicht und ohne große Dramatik aus. Gerade das macht ihn so besonders. Totoro wurde später sogar zum Logo von Studio Ghibli.
Für den nächsten Filmabend
Viele dieser Filme sind auf DVD, Blu-ray oder bei Streaming-Diensten erhältlich. Wer sie mit Kindern schauen möchte, sollte vorher einen Blick auf die Altersfreigabe werfen, denn einige sind deutlich ernster, als man es von einem Zeichentrickfilm erwartet. Tipps, wie der Abend auf dem Sofa gelingt, findest du in unserem Beitrag zum perfekten Filmabend zu Hause.


