Was ist eigentlich ein Blockbuster? Die Geschichte eines Begriffs
Vom Kriegsjargon zum Sommerhit: woher das Wort Blockbuster kommt, welcher Film das moderne Blockbuster-Kino begründet hat und was einen Kassenschlager ausmacht.

Das Wort Blockbuster begegnet uns ständig: auf Kinoplakaten, in Streaming-Menüs und in Filmkritiken. Gemeint ist meist ein aufwendig produzierter Film, der ein Massenpublikum anzieht und viel Geld einspielt. Doch woher kommt der Begriff eigentlich, und seit wann denkt Hollywood in Blockbustern?
Ein Wort aus dem Krieg
Ursprünglich hatte das Wort nichts mit Kino zu tun. Im Zweiten Weltkrieg bezeichnete man im Englischen besonders schwere Fliegerbomben als Blockbuster, weil sie einen ganzen Häuserblock zerstören konnten. Bald wanderte der Ausdruck in die Werbesprache und in den Theaterjargon: Ein Stück, das „einschlug“, war ein Blockbuster. Von dort war es nur ein kleiner Schritt zum Film.
Wer in den 1990er-Jahren aufgewachsen ist, verbindet den Namen vielleicht auch mit der gleichnamigen US-Videothekenkette, die damals mit tausenden Filialen ein Begriff war.
Der weiße Hai und das Sommerkino
Als Geburtsstunde des modernen Blockbusters gilt vielen Filmhistorikern „Der weiße Hai“ von Steven Spielberg aus dem Jahr 1975. Neu war nicht nur der Erfolg an der Kinokasse, sondern die Strategie dahinter: Der Film startete gleichzeitig in sehr vielen Kinos und wurde mit Fernsehwerbung im ganzen Land beworben. Statt langsam von Stadt zu Stadt zu wandern, war er auf einen Schlag überall zu sehen.
Zwei Jahre später setzte „Krieg der Sterne“ von George Lucas noch eins drauf. Der Film zeigte, wie viel Geld sich zusätzlich mit Spielzeug, Postern und Fortsetzungen verdienen lässt. Seitdem planen Studios ihre größten Produktionen gezielt für die Sommermonate und die Weihnachtszeit, wenn viele Menschen Zeit fürs Kino haben.
Was einen Blockbuster ausmacht
Eine feste Definition gibt es nicht. Ein paar Merkmale tauchen aber immer wieder auf:
- Hohes Budget: Stars, Spezialeffekte und aufwendige Drehorte kosten viel Geld.
- Großer Kinostart: Der Film läuft gleichzeitig in sehr vielen Sälen weltweit an.
- Massive Werbung: Trailer, Plakate und Kooperationen mit Marken sorgen schon Monate vorher für Aufmerksamkeit.
- Breites Publikum: Die Geschichten sind so erzählt, dass sie Jugendliche wie Erwachsene und Zuschauer in vielen Ländern ansprechen.
- Spektakel: Action, Fantasy, Science-Fiction und Animation dominieren, weil sie auf der großen Leinwand besonders wirken.
Nicht jeder teure Film wird allerdings zum Erfolg. Die Filmgeschichte ist voll von Produktionen, die als sichere Hits geplant waren und an der Kinokasse untergingen. Umgekehrt gibt es sogenannte Sleeper-Hits: Filme mit kleinem Budget, die sich durch Mundpropaganda zu Publikumsmagneten entwickeln.
Blockbuster heute
Heute sind die meisten Blockbuster Teil großer Filmreihen. Superhelden, Fortsetzungen und Neuauflagen bekannter Stoffe prägen das Programm der Multiplex-Kinos. Gleichzeitig hat das Streaming die Spielregeln verändert: Manche Großproduktionen starten direkt online oder sind nur wenige Wochen nach dem Kinostart zu Hause verfügbar. Was das für das Kinojahr bedeutete, als die Pandemie viele Starts durcheinanderbrachte, zeigt unser Rückblick auf die Blockbuster 2021.
Mehr als nur Kasse
Am Ende ist ein Blockbuster vor allem ein gemeinsames Erlebnis. Ein voller Kinosaal, der gleichzeitig lacht, erschrickt oder jubelt, lässt sich zu Hause kaum nachbauen. Wer trotzdem lieber auf dem Sofa schaut, findet in unserem Blog Tipps für den nächsten Filmabend.


